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Wenn wir in Briefinggesprächen Unternehmenschefs
bitten, uns etwas über ihr Unternehmen zu erzählen, dann können wir
oft geradezu hören wie – klick! – im Kopf unseres Gegenübers die
PowerPoint-Präsentation gestartet wird: Gründungsjahr, Standorte,
Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz, Wachstumsraten,
tick-tack-tick-tack-zahlen-daten-fakten. – Na, gut, das ist auch
verständlich – wir wissen, dass Banken und Investoren genau das von
Chefs erwarten.
Umso verblüffter waren wir, als wir kürzlich vor einem
unserer Vorträge mit dem CEO eines führenden Herstellers von Premium
Convenience Food sprachen. Von ihm kam auf unsere Bitte, etwas über
seine Firma zu erzählen, der Satz: „Wissen Sie, unsere
Unternehmenskultur zeichnet sich dadurch aus, dass wir bescheiden
sind und gut zuhören können.“
Pause.
Was für ein Satz! Bescheidenheit ist etwas, das man in manchen Unternehmen erst einmal langsam
buchstabieren muss: B-e-s-c-h-e-i-d-e-n-h-e-i-t. Und damit wir uns
nicht missverstehen: Eine Bescheidenheit, wie sie uns hier begegnet
ist, bedeutet nicht Mangel an Selbstbewusstsein oder gar gespieltes
Understatement. Im Gegenteil, dieser CEO ist mit seinem Unternehmen
erfolgreich und entsprechend selbstbewusst.
Wirkliches Selbst-Bewusstsein bedeutet eben: sich realistisch
einschätzen. Stolz auf Leistungen sein, aber nicht abheben. Eine
geistige Haltung der Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber allen
einnehmen, auch gegenüber dem Pförtner und der Putzfrau. In dieselbe Kerbe schlägt übrigens Bestsellerautor Jonas
Ridderstrale, wenn er im Interview in dieser Ausgabe eine reduzierte
„Ego-Dominanz von Führungskräften“ zu einem der drei wichtigsten
Businessthemen der Zukunft zählt.
Bescheidenheit und Aufmerksamkeit sind unserer Ansicht
nach gerade deshalb so wichtig, weil wir in einer immer komplexeren
Welt immer weniger wissen, was morgen sein wird. Da ist derjenige
klar im (Wettbewerbs-)Vorteil, dessen Ego nicht überdimensional
aufgebläht ist. Und wer anderen wirklich zuhören kann.
Nachdenkliche Grüße
Anja Förster & Peter Kreuz
PS:
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Backstage Talk: Jonas
Ridderstrale
Jonas Ridderstrale ist ein Management-Vordenker und internationaler Bestseller-Autor. Sein
Buch "Funky Business" verkaufte sich über 250.000 mal und wurde in
35 Sprachen übersetzt.
Wir haben Jonas in London getroffen, wo er sein neues Buch "Re-energizing
the Corporation" vorgestellt hat, das in Zusammenarbeit mit Mark
Stock entstanden ist. Neben seinen Thesen hat uns natürlich
interessiert, was aus Kjell Nordström geworden ist, mit dem
er die Mega-Bestseller „Funky Business“ und „Karaoke
Kapitalismus“ geschrieben hat.
Zum Interview
Backstage: Nike Trash Talk
Schuh
Als wir in Phoenix gelebt haben, waren die Heimspiele
der Phoenix Suns Pflichtprogramm für uns. Die Mannschaft, die in der
amerikanischen Basketball-Profiliga NBA spielt, hat uns mit ihrem schnellen
und intelligenten Spiel fasziniert. Klar, dass wir deshalb aufmerksam wurden,
als uns Steve Nash, bis heute einer der herausragenden Spieler der Suns,
kürzlich in einer Anzeigenkampagne von Nike wieder begegnete. Und als wir uns in
unserem Business Space Center näher mit dem Basketballschuh beschäftigt haben,
für den Steve Nash Werbung macht, entdeckten wir dahinter eine der spannendsten
Produktgeschichten der letzten Jahre. Und zu dieser Geschichte gehört ein Mann,
den wir ebenfalls als schnell und intelligent bezeichnen würden. Sein Name
ist Kasey Jarvis.
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Die Produktgeschichte des Nike „Trash Talk“ beginnt mit einer
Dienstreise von Kasey zu den Produktionsstätten von Nike in Asien. Und mit genau
dem, was der Name des Turnschuhs sagt: Trash. Müll. Abfall. Kopfschüttelnd stand
Kasey vor den Müllbergen der Nike Fabrik in Vietnam und sah all die
Lederstücke und Kunststoffteile, die weggeworfen wurden. Der Werksleiter
erklärte ihm, dass bei der Produktion eines Schuhpaars Abfall anfällt, aus dem
man einen komplett neuen Schuh herstellen könnte. Kasey war empört: Das ist totale Verschwendung! Und absolut
unökologisch! Da muss sich was machen lassen.
Aber ein umweltfreundlicher Schuh bei Nike? Ein Produkt aus Abfällen? Kaseys
Vorgesetzte im Konzern lassen ihn erst mal abblitzen. Öko finden sie unsexy.
Passt für sie nicht zur Marke.
Aber Kasey ist überzeugt: Umweltfreundliche
Produkte können Spaß machen! Ja, müssen Spaß machen, wenn sie sich am Markt
durchsetzten sollen. Das will Kasey beweisen und treibt sein Projekt weiter.
Seine Taktik ist clever: Er sucht sich einfach externe Verbündete wie
Steve Nash, den er davon überzeugt, den Schuh zu tragen. Mit Erfolg. Denn
auf einmal wollen die Kunden die gleichen coolen Schuhe aus Lederfetzen wie Steve
Nash sie trägt. Nike wird mit Bestellungen überrollt und muss ganz schnell eine
Serienproduktion hochfahren. Jetzt wollen das natürlich auch Kaseys Chefs schon
immer vorhergesehen haben.
Fazit: Wir ziehen unseren Hut vor Kasey Jarvis, denn Menschen wie
er sind die wichtigen Spurmacher im Unternehmen. Sie arbeiten nicht nur ihre Aufgaben ab, sondern suchen sich Projekte,
die ihnen am Herzen liegen. Und wenn sie
damit auf Widerstände stoßen, suchen sie Verbündete und machen ihr Spiel so
intelligent und trickreich wie ein Basketballprofi. Was Kasey Jarvis erreicht
hat, taugt als Vorbild für alle, die in verstaubten Organisationen mit ihrem
Wunsch nach Innovation und Nachhaltigkeit noch auf wenig Gegenliebe treffen. Um
es mit Nike zu sagen: Just do it!

Backstage: Tata Innovations
Wettbewerb
Auf unseren Reisen in Indien begegnete es uns auf Schritt und Tritt: das Logo
des Mischkonzerns Tata. Tata Busse und Tata Lastwagen, Tata Teebeutel, Tata
Hotels, Kleinwagen von Tata Motors und sogar Salz und Mineralwasser aus dem
Himalaja der Marke Tata. An dem milliardenschweren Konglomerat aus knapp 100
Einzelunternehmen kommt in Indien keiner vorbei.
In Europa dagegen kennen die
meisten Tata bestenfalls durch die spektakuläre Übernahme von Land Rover und
Jaguar. Als Ford die beiden englischen Premiumhersteller an die Inder
verkaufte, ging so manche Augenbraue hoch. Will da allen Ernstes eine
Firma aus dem Land, in dem bis vor Kurzem Mobilität primär auf Rikschas und
Mopeds basierte, die künftigen XJ und Range bauen?
Je mehr wir über Tata wissen, desto sicherer sind wir: Diese Firma wird das
schaffen. Und noch mehr. Wir sollten uns an den Gedanken gewöhnen, dass Indien
sich zu einem Land der Managementinnovationen mausert. Das ist eine schlechte
Nachricht für jene, die sich in unseren Breiten auf den Lorbeeren der
Vergangenheit ausruhen. Alle anderen sollten die Herausforderung annehmen,
neugierig sein und schauen, was sie vielleicht lernen können.
Eine hochgradig spannende Geschichte, die dazu anregt, ist die Tata Innovation
Competition, ein unternehmensweiter Innovationswettbewerb. Und das in einem so
großen und so hochgradig diversifizierten Mischkonzern? Dass es vernünftig
funktionieren kann, macht Tata vor.
Die Grundüberzeugung des
Innovationswettbewerbs: Das Thema Innovation im Unternehmen demokratisieren.
Nur durch die geballte Intelligenz der Vielen und eine dichte Vernetzung
aller Menschen im Konzern, die neue Ideen haben, ist ein echter Quantensprung
hinsichtlich Innovationsgeschwindigkeit und -qualität möglich. Und genau diesen
Sprung will Tata machen.
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Quelle:
www.tataquality.com |
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Wer nun glaubt, es ginge nur darum, ein paar
Verbesserungsvorschläge einzusammeln, irrt. Der Innovationswettbewerb hat bei
Tata eine konzernweite Welle der Begeisterung ausgelöst. Am Anfang haben rund
100 Mitarbeiterteams mitgemacht, dieses Jahr waren 1.700 Teams dabei!
Dabei gibt
es – so die eiserne Regel – keine materiellen Preise. Die sind auch nicht nötig, denn
Anerkennung und die Chance, die eigene Projektidee voranzutreiben, sind die
stärksten Belohnungen,
die Unternehmen mit einem Sinnhorizont zu bieten haben, wie wir in
unserem Buch
Spuren statt Staub
beschreiben. Dass in einem Mischkonzern
ein Dokumentenmanagementprozess ebenso ausgezeichnet werden kann wie eine
Anzeigenkampagne für Tee schärft das Bewusstsein, dass Innovation ein
übergreifendes Prinzip ist.
Das Allerbeste finden wir aber den „Dare to Try
Award“, einen Sonderpreis für Innovationen, die nicht funktioniert haben. Belohnt
wird der Mut, es versucht zu haben. In wie vielen Unternehmen ist so etwas
denkbar?

Outtake: Hotel Survival mit
George Egg
Wer geschäftlich viel unterwegs ist, kennt das: Den ganzen Tag
nichts gegessen und dann abends im Hotel plötzlich H-U-N-G-E-R! Bloß dass einem
beim Blick auf die Menükarte vom Zimmerservice der Appetit sofort wieder vergehen kann – ein
Club Sandwich für 28 Euro oder ein Salätchen für 19 Euro sind selbst dann eine
Frechheit, wenn das Spesenkonto gut gefüllt ist. Der englische Komiker George
Egg weist in einem Video auf YouTube den Ausweg: Tortellini in Spinatrahmsoße
und zum Nachtisch frisch gebackene Muffins. Zubereitet auf dem Zimmer eines ganz
normalen Businesshotels. Ohne jegliche Küchenutensilien.
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Das preisgünstige Kochvergnügen sieht so aus: Muffinteig auf der
Marmorplatte im Bad kneten und dann mithilfe einer Bibel zum Aufgehen unter eine
warme Schrankleuchte stellen. Im Wasserkocher erst die Tortellini kochen, dann
den Spinat zugeben. Butter, Crème Fraiche, Knoblauch und – für
Kontinentaleuropäer echt schlimm – ein rohes Ei zu einer Soße zusammenrühren und
die heißen Tortellini mit Spinat aus dem Wasserkocher unterheben. Mit Salz und
Pfeffer würzen und mit frischem Parmesan bestreuen. Schließlich die Muffins mit
einem Zahnputzglas ausstechen und mit dem heißen Bügeleisen goldbraun backen.
Bon appétit!
Übrigens, das Spaßvideo zeigt ungewollt eine absolut ernst zu nehmende
Entwicklung: Konsumenten werden immer selbstbewusster. Mit der Aldi-Tüte ins Ritz-Carlton gehen ist immer weniger Leuten peinlich. Alles ist mit allem
kombinierbar. So wie es mir gefällt. Das Fundament aus ungeschriebenen Regeln,
auf dem Quasi-Monopolisten ruhen, bröckelt.

Up to date: Förster & Kreuz
Unsere Sommerpause, in der wir intensiv am Konzept für unser neues Buch
gearbeitet haben, das im Herbst 2010 erscheinen wird, geht zu Ende. Im September
stehen wieder einige Termine an: Wir werden in München, Zürich, Dresden,
Hannover, Innsbruck, Wien und Salzburg Vorträge halten – leider nicht
öffentlich. Wer uns sehen will, kann das am 13. Oktober tun, beim Marketingclub
Frankfurt oder am 28. Oktober in
Ingolstadt. Und wer am 14. November Zeit hat, sollte sich das
Querdenker-Businessforum in
Schweinfurt
nicht entgehen lassen. Wir freuen uns, Sie zu sehen!



Förster & Kreuz
Förster & Kreuz sind Vordenker einer neuen Generation
in Wirtschaft und Management.
Leidenschaftlich. Kämpferisch. Erfrischend. Sie bringen Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.
Auf allen fünf Kontinenten fahnden die beiden Managementberater und Bestsellerautoren nach Unternehmen, die so unkonventionell wie erfolgreich sind. Nach Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen und nach Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, Deutsche Bank, Gore, IBM, Mars, Porsche, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.
Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie bitte ihre Agentin Petra Steurer:
Telefon (Schweiz): 0041-71-7446522; 
Sie können Ihr Abonnement selbst konfigurieren ...
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Verantwortlich für den Inhalt: FÖRSTER & KREUZ GmbH; Geschäftsführer: Dr. Peter Kreuz,
Anja Förster; Sitz: Heidelberg; Amtsgericht Mannheim: HRB 704510
c/o NO LIMIT· PR und Marketing Steurer, Petra Steurer, Rosenstrasse 12; CH-9430 St. Margrethen; Schweiz; Fax (Schweiz): 0041-71-7400926
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