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Ausgabe 99
April 2010

 

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Letzte Woche brauchten wir dringend eine kleine Pause von der Arbeit an unserem neuen Buch. Wir wollten gemütlich im Café frühstücken, Zeitung lesen, Leute angucken, plauschen. Das Café, das wir ansteuerten, sah hübsch aus. Vor der Tür eine schwarze Schiefertafel mit dem Hinweis auf das 15 Meter (!) lange Frühstücksbuffet.

Im Café sehen wir: Die Auswahl ist tatsächlich riesig – hat aber leider nichts, was uns wirklich überzeugt: zuckerreiche Industriemarmelade, Tütencornflakes aller Art, Weißbrot und aufgeblasene Weißmehlbrötchen. In einer silbernen Schale schwimmen Butterklumpen im Eiswasser - langsam vor sich hinschmelzend mit den Leberwurstresten vom Vorgänger. Nein danke!

Wir sind dann nach Hause gegangen. Haben unser Müsli auf den Tisch gestellt, Kaffee dazu, sonst nichts. Und haben uns gefreut! Darüber, dass es etwas gibt, das in seiner schlichten Perfektion einfach richtig gut ist. Nur eine Schale selbstgemachtes Müsli von bester Qualität. Und ein klares Nein zu schierer Masse, allem Überfluss und Schnickschnack.

Unser Gespräch kam auf Tim Cook, den Chief Operating Officer bei Apple und potenziellen Nachfolger von Steve Jobs. Er hat kürzlich zu Investoren gesagt: "Wir sind das fokussierteste Unternehmen, das ich kenne. Wir sagen jeden Tag NEIN zu guten Ideen."

Wir finden das äußerst bemerkenswert! Zur optischen Veranschaulichung: Fast die gesamte Produktpalette von Apple, einem Konzern mit einem Umsatz von 40 Milliarden Dollar im Jahr, passt auf unseren Esstisch!!

Wir kennen Unternehmen, die mindestens 40 Lkws brauchen, um ihr Sortiment auszubreiten, aber nicht mal eine halbe Million Umsatz machen.
Wie ist das bei Ihnen?

Fokussierte Grüße


Anja Förster & Peter Kreuz
 

KOMMENTARE

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DANKE! Unser neues Zitatebuch

Das hätten wir nicht erwartet!
Über 50.000 Zitatebüchlein haben wir in den letzten Wochen versendet. Was nichts anderes heißt, als dass wir alle gemeinsam 50.000 Menschen eine kleine Freude gemacht haben. Wir sind stolz auf SIE! Und glücklich, solche Leser zu haben wie SIE!

Inzwischen haben wir nachdrucken lassen. Falls Sie also noch ein paar Exemplare an Freunde, Kollegen, Chefs, Mitarbeiter, Kunden etc. verschenken wollen, gerne! Ob 10 oder 210 Exemplare, wir schicken sie Ihnen kostenlos und unverbindlich – solange unser neuer Vorrat reicht.

Hier können Sie Ihre Exemplare bestellen, schon mal einen ersten Blick hineinwerfen oder auch eine PDF-Version herunterladen.

 

 




 

Backstage Talk: Roland Diry vom Ensemble Modern

In Frankfurt haben wir den Klarinettisten Roland Diry getroffen. Er ist Geschäftsführer des Ensemble Modern (EM), einem der weltweit führenden Ensembles für zeitgenössische Orchestermusik. Das EM, das ausschließlich Musik des 20. und 21. Jahrhunderts zur Aufführung bringt, ist auch organisatorisch etwas Besonderes - und genau das interessiert uns: Ohne Chefdirigenten und künstlerischen Leiter entscheiden die Musiker über alle Angelegenheiten gemeinsam.
Wie das funktionieren kann, lesen Sie hier...
 

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Backstage: Six Senses

Was ist Strategie? Michael Porter bringt es genial auf den Punkt: "Der Kern einer Strategie besteht darin zu bestimmen, was man NICHT macht." Wir fanden diese Aussage so genial, dass wir sie in unser neues Zitatebüchlein aufgenommen haben, das gerade erschienen ist. Was Porter damit zusammenfasst, entspricht ziemlich genau der Philosophie des Hotelkonzerns Six Senses. Das Unternehmen betreibt Fünf-Sterne-Resorts an den schönsten Orten der Welt. Seeeeehr teure Resorts. Uns werden Sie da vorerst nicht treffen (was wir sehr bedauern) – Madonna schon.

Madonna scheint viel weniger Diva zu sein als kolportiert wird, denn für Diventum ist in den Six Senses Hotels kein Platz: Das Prinzip heißt „intelligenter Barfußluxus“ – eine Sorte Luxus, die hilft herunterzukommen statt abzuheben.

Barfuß ist ernst gemeint: Eine Kundin, die im Six Senses Malediven anreiste und sich weigerte, ihre Manolo Blaniks auszuziehen, wurde deswegen von der Geschäftsführung umgehend (und höflichst) ins nächste Hilton verfrachtet. Auf Hotelkosten, versteht sich. Denn wer mit der Ausrichtung von Six Senses nicht klar kommt, ist woanders einfach besser aufgehoben.

Das finden wir geradlinig. Mal ehrlich: Wer will denn schon wirklich im Urlaub einen hauptberuflichen Rückeneincremer haben, der die ganze Zeit neben der Liege steht? Wer will wirklich, dass ihm ein Rudel von Bediensteten ständig hinterher zuppelt, Kaviar hier, Cocktail da, jede Tür beflissen öffnet und im Bad das Handtuch zum Händetrocknen reicht? Eigentlich will man doch im Urlaub vor allem seine Ruhe! Bei Six Senses wird der Gast zwar umsorgt, aber er ist NICHT König. Das ist allein die Natur, auf die alle Rücksicht nehmen müssen. Wahlspruch: "Der einzige Kunststoff, den wir akzeptieren, sind die Kreditkarten unserer Gäste."

Sonu Shivdasani, Gründer der Six-Senses-Hotels, erklärt die Strategie so: „Im Gegensatz zu den anderen Luxushotels fragen wir uns nicht ständig: Was erwarten unsere Gäste und wie können wir das, was sie bereits an Luxus und Annehmlichkeiten kennen, noch übertreffen? Unsere Kernfrage ist eine andere – nämlich: Was können wir den Gästen bieten, das sie zuhause NICHT haben?”

High-Tech, DSL und Wireless haben schon alle. Das gibt es hier nicht. Dafür Entschleunigung, Stille, Schwimmen mit Schildkröten. Und eine Belohnung für Gäste, die sich freiwillig an einem lokalen Projekt beteiligen, das der örtlichen Gemeinschaft zu Gute kommt: Für die Mitarbeit gibt es eine zusätzliche Woche im Six Senses kostenlos. Wenn das mal kein Ansporn ist!

Der wirtschaftliche Erfolg gibt Sonu Shivdasani recht. Als er 1995 sein erstes Fünf-Sterne-Resort eröffnete, reagierte die Branche kopfschüttelnd bis belustigt. Heute macht sein Hotelkonzern weltweit 140 Millionen Dollar Umsatz im Jahr. Schlüssel dieses Erfolgs ist ganz klar die Einzigartigkeit des Konzeptes. Diese Unverwechselbarkeit fußt auf einer klaren Positionierung und klaren Werten, die sich konsequent in Denken und Handeln auf allen Unternehmensebenen wieder finden. Ein Rezept, das nicht nur für die Top-Hotellerie gilt, sondern für jedes Unternehmen. Und, wie wir meinen, auch für jeden einzelnen Menschen.

LINKTIPPS

Six Senses Homepage
Six Senses Ressort: Maledives
Interview mit Six Senses Chef Sonu Shivdasani
DIE WELT: Warum Luxushotels so schnell wie Laptops altern
Weitere Beispiele in unserem Business Space Center
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Backstage: Tongal

Eine Sache, die uns immer wieder glücklich macht: Geld verleihen. Und zwar bei Kiva.org. Kiva schafft die Verbindung zwischen Kleinstunternehmern aus der Dritten Welt und Menschen wie uns: Die Unternehmer brauchen Geld, um Vorräte aufzustocken, einen Transporter zu kaufen oder das Ladendach zu decken, damit es nicht mehr hinein regnet. Wir suchen das Gefühl, ein aktiver Part nicht nur unserer, sondern auch ihrer Welt zu sein – indem wir unser Geld an sie verleihen und es auch wieder zurück haben wollen. So funktioniert aktive Entwicklungshilfe, die Menschen nicht von Spenden abhängig macht.

Eine sehr gute Sache. Allerdings auch eine, die immer mehr als einen Satz braucht, um sie zu erklären. Kiva hat deshalb nach einer Filmfirma für einen Werbefilm gesucht, der das Prinzip veranschaulichen soll. Fündig geworden sind sie bei Tongal, einem Ableger der Software-Entwickler TopCoder (ja, von denen hatten wir schon im Dezember berichtet):

Jack Hughes, der TopCoder-Gründer, hat sich mit James DeJulio zusammengetan, der aus der Filmbranche stammt. Gemeinsam haben sie das TopCoder-Rezept – Crowdsourcing – auf das Filmgeschäft übertragen: Anstatt Mitarbeiter einzustellen, schaffen sich Firmen eine Community aus Fachleuten. Kommt ein Auftrag rein, wie im Falle von Kiva ein 30-Sekunden-Werbefilm, dann wird dieser in die einzelnen Produktionsphasen zerlegt (Idee, Pitch und Video) und innerhalb der Community als Wettbewerb ausgeschrieben. Jeder kann mitmachen. Aber nur einer gewinnt. Und auch nur die besten fünf werden abgestuft entlohnt.

Die gute alte soziale Marktwirtschaft ist das natürlich nicht. Tongal hat für die ausgeschriebenen kreativen Prozesse keine Mitarbeiter, also auch niemanden, für den die Firma Verantwortung tragen müsste. Manche werfen Jack Hughes und James DeJulio deswegen Ausbeutung vor. Crowdsourcing ist sicher keine Idee, die man beliebig auf jedes andere Unternehmen übertragen kann – zumal sich nicht jeder Arbeitsprozess in Abschnitte zerlegen und an sich rangelnde Einzelkämpfer outsourcen lässt. Man darf aber im Fall von Tongal nicht vergessen, dass die Filmbranche ohnehin schon in vielen Bereichen ein System aus Projektarbeitern ist, die sich für Aufträge zusammen finden. Und, das betonen Hughes und DeJulio immer wieder, sich niemand beteiligen muss, wenn er nicht will. Wer mitmacht, hat Spaß daran.

James DeJulio dazu: „Ich denke Crowdsourcing macht dann Sinn, wenn das Spiel zur Arbeit wird und die Arbeit zum Spiel.“ Und das ist nun wirklich ein springender Punkt! Es geht darum, den Enthusiasmus der Beitragslieferanten zu befeuern, indem sie die Chance bekommen, etwas zu leisten, auf das sie so richtig Lust haben und bei dem sie zeigen können, was sie drauf haben.

Wenn Unternehmer und Chefs ihre Mitarbeiter fragen, was sie WIRKLICH mal gerne tun würden und ihnen die Chance geben, das auch innerhalb der Firma zu tun, dann wird genau das Engagement, die Leidenschaft, die Kreativität freigesetzt, die sich jeder Unternehmer und Chef doch eigentlich wünscht. Oder?

LINKTIPPS

Homepage Tongal
Videowettbewerb: Vorschläge und Sieger für Kiva-Video
Tongal Blog
Unser Kiva-Account: Machen auch Sie mit
Weitere Beispiele in unserem Business Space Center
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Outtake: Shave Mobile

Exportweltmeister? Darauf hatten wir ein Abo. Leider ist das Schnee von gestern, denn China holen wir so schnell nicht mehr ein. Erst recht nicht, wenn die Chinesen mit solchen unglaublichen Innovationen den Markt fluten wie mit dem Shave Mobile – dem Handy, das auch ein Rasierer ist!

Für Manager mit unzeitigem Bartwuchs und ohne Zeit ist das DIE Erfindung: Endlich Babypopowangen haben und an der Börse zocken - und das auch noch gleichzeitig! Ist das nicht fantastisch? Genau: Fantastisch ... wenn das Ding denn auch tatsächlich existiert – so ganz sicher waren wir uns da im Zeitalter von Photoshop nicht. Die Website, auf der wir das chinesische Produkt entdeckt haben, ist nämlich in Japanisch. Und wann genau haben Sie zuletzt einen bärtigen Japaner oder Chinesen gesehen? Aber vielleicht liegt das ja auch nur am Shave Mobile ...

LINKTIPPS

Mehr Infos bei Technabob
Mehr ungewöhnliche Outtakes in unserem Business Space Center
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Up to date: Förster & Kreuz

Was war in der letzten Zeit so los?

Letzte Woche haben wir uns mit unserem Kollegen Seth Godin in Antwerpen getroffen. Unser Gespräch werden wir im Juni in New York fortsetzen. 

Anja war beim Unternehmerforum der Volksbank Breisgau. Einen interessanten Bericht und viele Fotos gibt es hier.

Live und in Farbe können Sie uns in den kommenden Wochen in Uster bei Zürich am 22. April und in Nürnberg am 27. April sehen. Wir würden uns freuen, Sie zu treffen! Die Termine mit allen öffentlichen Veranstaltungen finden Sie in unserem Tourkalender oder auf unserer Facebook-Seite, dem Treffpunkt einer sehr regen Community mit mittlerweile über 250 Fans.

Ansonsten genießt unser neues Buch momentan höchste Priorität. Es wird am 13. September erscheinen und in diesem Monat ist der Abgabetermin für unser Manuskript. Fotos fürs Cover haben wir Ende März in München gemacht. Weitere Infos folgen hier in Kürze...







 

Förster & Kreuz

Förster & Kreuz sind Vordenker einer neuen Generation in Wirtschaft und Management. Leidenschaftlich. Kämpferisch. Erfrischend. Sie bringen Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.

Auf allen fünf Kontinenten fahnden die beiden Managementberater und Bestsellerautoren nach Unternehmen, die so unkonventionell wie erfolgreich sind. Nach Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen und nach Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen.


Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, Gore, IBM, Mars, Porsche, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie bitte ihre Agentin Petra Steurer: Telefon (Schweiz): 0041-71-7446522;

MEHR INFOs

» Förster & Kreuz: In Vorträgen
» Förster & Kreuz: In Person
» Backstage-Talk

» Förster & Kreuz: In Büchern
» Förster & Kreuz: Das Manifest
» Business-Space-Center

 


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