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Ausgabe 101
Juni 2010

 

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In einem Experiment der Wharton-School in Pennsylvania wurden die Mitarbeiter eines Call-Centers beauftragt, Spenden für Stipendien zu sammeln. Management-Professor Adam Grant, der Initiator des Projekts, teilte dazu die Probanden in drei Gruppen ein.

1. Die 'Was-bringt-es-MIR-Gruppe' bekam die Berichte von Mitarbeitern zu lesen, die vor ihnen den Job gemacht hatten. Darin lasen die künftigen Spendensammler, was die Arbeit so an persönlichen Vorteilen wie Verdienstmöglichkeiten etc. bringt. Eben der persönliche Nutzen, von dem jahrzehntelang geglaubt wurde, dass er der größte Motivator sei.

2. Die 'WOFÜR-ist-es-gut-Gruppe' bekam Berichte von Studenten zu lesen, die durch die eingesammelten Spendengelder unterstützt wurden: Welchen Einfluss ihr stipendienfinanziertes Studium auf ihren Lebensweg hatte und was dadurch aus ihnen geworden ist.

3. Die Kontrollgruppe bekam keine Vorabinformationen zu lesen.

Das Ergebnis? Welche Gruppe hat am meisten Geld gesammelt?

Na klar, heute sind wir nicht mehr so naiv zu glauben, die Menschen seien von Natur aus Egoisten, die nur danach streben, ihren persönlichen Nutzen zu maximieren, koste es was es wolle. Auf diesem Glauben basierte zwar die komplette Wirtschaft des letzten Jahrhunderts; aber heute sind wir glücklicherweise weiter und vermuten deshalb, dass die zweite Gruppe die besten Ergebnisse erzielt hat.

Korrekt?


Ja, korrekt. Aber: Zwei Fakten haben uns schwer überrascht.

Erstens: Die 'Was-bringt-es-MIR-Gruppe' hat nicht einen e-i-n-z-i-g-e-n Cent mehr gesammelt als die Kontrollgruppe. Mit anderen Worten: Die Beschäftigung mit dem persönlichen Nutzen, den Mitarbeiter aus ihrer Arbeit ziehen sollen, hat NULL Einfluss auf die Ergebnisse.

Liebe Führungskräfte, lesen Sie das bitte noch mal!

Zweitens: Die 'WOFÜR-ist-es-gut-Gruppe' hat mehr als DOPPELT so viel Geld eingesammelt als die beiden anderen. 143 Prozent mehr! Diese Gruppe hatte sich damit beschäftigt, welchen Sinn ihre Arbeit für ANDERE hat.

Wir sind begeistert!

Das ist nichts anderes als der empirische Beleg für die Kernthese unseres Buches Spuren statt Staub: Sinn ist in der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung.

Das heißt für Sie: Setzen Sie sich mit dem auseinander, was Sie tun! Helfen Sie anderen, den Sinn ihrer Arbeit zu erkennen! Der Unterschied zwischen Durchschnitt und Exzellenz liegt darin, dass es für jede wirklich herausragende Leistung einen echten Beweggrund gibt!


Spuren hinterlassende Grüße


Anja Förster & Peter Kreuz
 

KOMMENTARE

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Last Call: Ihre Chance, dabei zu sein

Ihr Foto auf dem Innencover unseres neuen Buchs
Bis heute haben über 600 (alles) außer - gewöhnliche Menschen und Leser des Business-Backstage-Reports ihr Foto eingereicht. 500 davon werden mit ihrem Porträt auf dem Innencover unseres neuen Buchs "Nur Tote bleiben liegen" zu sehen sein. Gedruckt und in Multicolor ab dem 13. September 2010, als Spitzentitel des Campus-Verlags.

Wenn Sie dabei sein wollen und uns Ihr Foto noch nicht geschickt haben, dann mailen Sie bitte bis spätestens Sonntag, den 6. Juni 2010, ein Portraitfoto in guter Auflösung an: cover[at]foerster-kreuz.com

LINKTIPPS

Wer schon dabei ist
Worum es genau geht
Fragen & Antworten zur Aktion
Infos zum neuen Buch (pdf)

 

 




 

Backstage Talk: Nils Wülker

Von der Presse wurde Nils Wülker als „neuer Stern am deutschen Jazzhimmel“ bzw. als neuer „Jazzstar“ gefeiert. Zweifelsohne ist der 33jährige ein erfolgreicher deutscher Jazzmusiker, -komponist und Produzent. Und außerdem: ein total netter Kerl.

Wir haben uns mit Nils Wülker in der Alten Feuerwache in Mannheim getroffen, wo er sein neues Album „6“ vorgestellt hat. Wir waren vom Konzert begeistert: Melodiöser und grooviger Jazz in einer vibrierenden Mischung aus Kraft und Leichtigkeit. Ganz große Klasse! Nils Wülker selbst kommt als sehr pragmatischer, prägnanter und unprätentiöser Musiker rüber, der nicht nur gern über den stilistischen, sondern auch über den fachlichen Tellerrand schaut.


Mehr dazu im Interview »
 

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Backstage: Specialisterne

Unser Treffen mit Sir Ken Robinson liegt schon eine Weile zurück (das Interview können Sie hier nachlesen), aber neulich mussten wir wieder an den Autor des grandiosen Buchs „The Element“ denken.

Als einer der führenden Experten in Sachen Kreativität, Innovation und Bildung propagiert Robinson in seinem Buch, dass jeder sich darum bemühen müsse, sein Element zu finden. Also den gemeinsamen Nenner zwischen den Dingen, die man liebt und den Dingen, die man gut kann (also nicht „Fisch sucht Fahrrad“, sondern „Fisch sucht Wasser“). Darin liegt der Weg zu Erfolg und Erfüllung.

Wie richtig Sir Ken Robinson mit seiner These liegt, lässt sich am Beispiel von Specialisterne nachvollziehen: Die Dänen testen Software. So erfolgreich, dass mittlerweile auch Microsoft oder der IT-Berater CSC die Dienste des Unternehmens in Anspruch nehmen. Dass das Erfolgsrezept von Specialisterne aus einer Not heraus entstand, macht den Firmengründer Thorkil Sonne nur noch sympathischer.

Der 49-Jährige machte sich 2004 wegen seines Sohnes selbstständig, bei dem das Asperger-Syndrom diagnostiziert wurde, eine Form von Autismus. Sonne wollte für ihn in der neuen Firma einen Arbeitsplatz schaffen. Seine Idee: Menschen mit Asperger-Syndrom haben zwar Schwierigkeiten mit anderen Menschen zu kommunizieren und sich auf ungewohnte Situationen einzustellen – Handicaps, die sie für viele Berufe disqualifizieren – aber sie haben ein ungeheuer gutes Gedächtnis und eine enorme Konzentrationsfähigkeit. Das prädestiniert sie für das Testen von Software, das Prüfen endloser Zahlenreihen und das Pflegen komplexer Datensätze.

Thorkil Sonne hat für seinen Sohn und seine 40 Specialisterne-Mitarbeiter mit Asperger-Syndrom den Ort geschaffen, an dem sie richtig sind. An dem das, was gemeinhin als Behinderung gilt, eine Stärke ist. Darum geht es in „The Element“ von Sir Ken Robinson und das ist etwas, woran auch wir glauben:

Dass es die Aufgabe von Unternehmern und Managern ist, sich ihre Mitarbeiter genau anzusehen und sie dort einzusetzen, wo sie die beste Leistung bringen können UND sich wohl fühlen.
Wo ihre speziellen Fähigkeiten ihnen zum Vorteil gereichen. Arbeit und Mensch müssen zueinander geführt werden - das ist die zentrale Aufgabe von Chefs.

So wie es die Verantwortung jedes Einzelnen ist, sich selbst die Frage zu stellen: Was kann ich und was macht mich glücklich?

Und für alle, die jetzt noch nicht überzeugt sind, hier noch zwei Beispiele:

Indien ist eines der Länder mit dem höchsten Anteil an Gehörlosen weltweit. Sechs Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Trotzdem werden diese Menschen in Indien noch viel stärker stigmatisiert und ausgegrenzt als in westlichen Ländern. Aber wenn Gehörlose einen vollwertigen Job ausführen können, bei dem Hören keine Rolle spielt und es auf ihre anderen Sinne ankommt, sind sie natürlich hoch motiviert und bringen Topleistungen. Dhruv Lakra hat in Mumbai deswegen Mirakle Couriers gegründet – einen Kurier-Service, der nur gehörlose Mitarbeiter beschäftigt.

Bei Vita Needle, einem Unternehmen aus Boston, ist der durchschnittliche Mitarbeiter 75 Jahre alt. Die jüngsten Angestellten sind um die 60. Alle anderen deutlich älter. Erfahrung hat hier Prinzip.

Und?

ALLE DREI  UNTERNEHMEN SIND ERFOLGREICH!

Nicht trotzdem, sondern gerade weil sie nicht auf den perfekten Normarbeitnehmer setzen, sondern Stärken mit Anforderungen verknüpfen.


Out-of-the-Box-Denken beim Einstellungsgespräch ... probieren Sie’s aus!

LINKTIPPS

"The Element" von Sir Ken Robinson
Homepage von Specialisterne
Elmar Jung und Clemens Bomsdorf: Financial Times: Wie Autisten bei PC-Problemen helfen können
Wolff Horbach: Specialisterne arbeitet erfolgreich mit Autisten
Homepage Mirakle Couriers
Homepage Vita Needle
Burkhard Schneider: Die Rentner-Firma - bald keine Ausnahme mehr?
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Backstage: Solar-Systems

Ein kleines Gedankenspiel: Stellen Sie sich vor, Sie kommen in die Firma, rufen Ihre Kollegen zusammen und sagen „Passt auf, Leute! Der Absatz der Bikini-Gartenzwerge/Tofu-Mettwurst/Sportler-Biografien ist nicht so gut wie erwartet. Wir müssen etwas tun. Wer mir den besten Vorschlag für eine neue Absatz-Strategie bringt, darf mit der Familie zur Belohnung an die Nordsee fahren.“

Sie haben sich diese Maßnahme natürlich gut überlegt und bewusst darauf verzichtet, ein bürokratisches Monster in Form eines zwölfwöchigen Wettbewerbs mit sieben Korrekturstufen loszutreten. Sie wollen einfach nur hören, was die Kollegen zu sagen haben, weil diese oft näher dran sind am Kunden/der Produktion/dem Einkauf. Aber die einzigen, die ihre Ideen einreichen, sind wieder mal Wuppke, Schulze und Meier – die schon dreimal an der Nordsee waren, weil sie die einzigen sind, die in solchen Momenten den Mund aufmachen.

Das ist frustrierend, keine Frage! Aber manchmal sind Mitarbeiter eben zu introvertiert, um ihre Meinung zu sagen. Oder sie sind es nicht gewöhnt. Oder sie trauen sich nicht, etwas Gutes beizutragen.

Mike Hall, Gründer und Chef von Borrego Solar Systems, einer kleinen Installationsfirma für Solarsysteme in Kalifornien mit rund 50 Mitarbeitern, hatte genau dieses Problem: Vor allem seine Ingenieure sind sehr zurückhaltende Typen. Hall versuchte es deswegen auf einem anderen Weg: Er rief einen Innovationswettbewerb aus, an dem nicht nur jeder Mitarbeiter teilnehmen konnte, sondern auch jeder Mitarbeiter alle eingereichten Ideen seiner Kollegen bewerten, kommentieren und in eine Rangliste einordnen konnte. Für die Bewertung nutzte er das kostenlose Online-Tool SurveyMonkey.

Was passierte? Wieder wurden nur ein paar Vorschläge eingereicht. Aber dann trug Halls kluge Taktik Früchte: Diesmal wurden die wenigen Vorschläge von fast A-L-L-E-N Mitarbeitern diskutiert.

Hall hatte erreicht, was er wollte: durch die Kommentierfunktion war die Hürde niedriger, sich zu beteiligen. Die Gewinner-Idee wurde umgesetzt und ein Vierteljahr später rief Mike Hall den nächsten Wettbewerb aus. Und siehe da:

Plötzlich war auch die Zahl der eingereichten Ideen D-E-U-T-L-I-C-H größer. Die Mitarbeiter hatten verstanden, dass ihre Meinung Einfluss hat.

„Wir haben ihnen ein Forum geschaffen, in dem sie sich einbringen können“, so Hall.

Borrego Solar hat bewusst auf den in vielen Firmen üblichen Ideenbriefkasten verzichtet, weil Mitarbeiter eben NICHT das Gefühl haben sollten, ihre Ideen würden in einem großen schwarzen Loch verschwinden. Mit Hilfe einer Technologie, die jede eingereichte Idee nicht nur sichtbar, sondern auch kommentierbar macht, entsteht eine Art Marktplatz für Ideen.

Jeder kann etwas beitragen und jede Idee wird gewürdigt.
Denn mithilfe der Kollegen wird sie von verschiedenen Perspektiven beleuchtet und ggf. auch weiterentwickelt. Und zwar BEVOR die Entscheidung fällt, ob sie umgesetzt wird oder nicht. Ein Prozess, der Lust macht, sich daran zu beteiligen!

Es braucht nicht immer die großen Investitionen oder die revolutionären Veränderungen. Auch im Kleinen kann mit wenig Geld, dafür aber mit viel Cleverness und den neuen Internet-Technologien große Bewegung ausgelöst werden.

LINKTIPPS

Homepage Borrego Solar Systems
Homepage SurveyMonkey
Darren Dahl, Inc. Magazine, Rounding Up Staff Ideas
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Outtake: Visitenkarten-Training für Büro-Ninjas

Ja, mittlerweile kennen wir uns aus in der Welt. Wir wissen, dass man im Ruhrpott besser niemandem direkt in die Augen schauen sollte, wenn am selben Tag Dortmund gegen Schalke spielt. Wir wissen, dass man in Amerika nicht Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger hebt, wenn man drei Bier bestellt. Und wir wissen, dass man in Japan die Visitenkarte mit beiden Händen und einer Verbeugung übergibt. Dachten wir. Bis wir das Video hier gesehen haben:

Von wegen Höflichkeit. Das scheint in Fernost mittlerweile überholt. Man besinnt sich stattdessen auf alte asiatische Kampftechniken, um seine Kontaktdaten unters Volk zu bringen. „ZIPP!“ saust die Karte durch die Luft und landet auf dem Schreibtisch der Vorzimmerdame. „Swooosh!“ fliegt die Karte pfeilschnell durch angelehnte Bürotüren oder unter dem Türschlitz hindurch.

Ganz ehrlich? Es macht uns Angst.

Der Büroschlaffi wird durch Visitenkartentraining zum Ninjakämpfer!
Keiner ist im Businessalltag mehr sicher!


Schnipp – und ab ist die Krawatte. Schnipp – und weg ist der Schinken vom Brötchen. Schnipp – und weg ist der Powerpointdrücker aus der Hand … Wieso darf man eigentlich noch mit Visitenkarten ins Flugzeug?

 

LINKTIPPS

Zum Video: "Master of Business Card Throwing"

 

 

Up to date: Förster & Kreuz

An dieser Stelle ein ganz herzliches DANKESCHÖN an alle, die uns zu unser letzten Jubiläumsausgabe gratuliert haben! Die außergewöhnlichsten Grüße kamen von Christine, Gerd und Tony Jansen (www.countune.com) aus Grenzach-Wyhlen. WUFF und ein großes WOW!



Was war noch so los?

In Berlin haben wir uns mit Louis Rosetto getroffen, der nach der Gründung des WIRED MAGAZINE jetzt mit TCHO die Schokoladenproduktion revolutioniert (mehr).

Bei einem Besuch im neuen Centre Pompidou in Metz haben wir begriffen, warum Menschen ein enormes Bedürfnis nach Kunst und Poesie haben, das die Industrie noch nicht verstanden hat (Fotos & mehr).

Was ist im Juni los? Es stehen so einige Termine vor der Sommerpause an: Wir werden in New York, Hamburg, Karlsruhe, Deggendorf, Frankfurt und Shanghai sein – diese Termine sind leider nicht öffentlich. Alle öffentlichen Veranstaltungen finden sich in unserem Tour-Kalender. Wir freuen uns, Sie zu sehen!







 

Förster & Kreuz

Förster & Kreuz sind Vordenker einer neuen Generation in Wirtschaft und Management. Leidenschaftlich. Kämpferisch. Erfrischend. Sie bringen Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.

Auf allen fünf Kontinenten fahnden die beiden Managementberater und Bestsellerautoren nach Unternehmen, die so unkonventionell wie erfolgreich sind. Nach Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen und nach Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen.


Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, Gore, IBM, Mars, Porsche und weitere namhafte Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie bitte ihre Agentin Petra Steurer: Telefon (Schweiz): 0041-71-7446522;

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